"Ìber den Autor und weitere Mitwirkende
Björn Sitte, der Autor dieses Buches, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universitát Dresden und graduierte im Jahr 2004 als Diplom-Kaufmann. Seine Schwerpunkte wáhrend des Hauptstudiums waren Marketing, Innovationsmanagement und Betriebswirtschaftslehre junger Unternehmen. Außerdem besuchte er wáhrend des Studiums einige Seminare am Ostasienzentrum der TU Dresden und lernte dabei sowohl die chinesische Sprache, als auch die Kultur Chinas und dessen Wirtschaftsentwicklung in den letzten Jahren kennen. Den ersten Kontakt zum Thema chinesische Produktpiraterie hatte Björn Sitte 1999 wáhrend eines Praktikums in China, als er an einem Informationsabend für betroffene Unternehmen in der Deutschen Botschaft in Beijing teilnahm. In den folgenden Jahren wuchs sein Interesse am Thema und er entschied sich schließlich, das Thema chinesische Produktpiraterie zu behandeln.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die Produkt- und Markenpiraterie stellt ein bedeutendes Problem für Unternehmen, Verbraucher und die Volkswirtschaft dar. Die Volksrepublik China nimmt bei diesem Phánomen eine Sonderstellung hinsichtlich der Bekámpfungsmöglichkeiten und der Zahl der Schutzrechtsverletzungen ein.Das Ziel dieser Arbeit ist es, den betroffen Unternehmen Maßnahmen aufzuzeigen, die es ihnen ermöglichen, sich vor chinesischer Produktpiraterie zu schützen oder ihr entgegenzutreten. Der Fokus der Arbeit liegt auf kleinen, mittelstándischen oder jungen Unternehmen, die entweder über geringe finanzielle Ressourcen oder wenig Erfahrung im Umgang mit chinesischen Fálschungen verfügen.Zur Informationsgewinnung standen dem Autor drei Arten von Quellen zur Verfügung. Die Literaturanalyse lieferte erhellende Hintergrundinformationen und diente hauptsáchlich der Filterung und Beschreibung von Maßnahmen. Um diese Maßnahmen hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf Formen chinesischer Produktpiraterie zu bewerten, flossen Vortráge von Experten und Gespráche mit diesen Spezialisten in die Untersuchung ein. Den notwendigen Praxisbezug der Arbeit lieferten Interviews mit Unternehmen, die bereits Erfahrung im Umgang mit chinesischen Fálschungen gemacht haben. Diese Interviews wurden zudem benutzt, um Handlungsempfehlungen für typische Fálle chinesischer Produktpiraterie geben zu können.Im Herbst 2003 ist der Piratenfilm 'Fluch der Karibik' erfolgreich in den Kinos gelaufen. In der Realitát gibt es auch erfolgreiche Piraten. Allerdings rasseln sie nicht mit ihren Sábeln und entern auch keine Schiffe. Die heutigen Piraten treten im Anzug auf und vertreiben massenhaft Produkte ohne Lizenz und unter Missachtung der gewerblichen Schutzrechte.Fálschungen sind kein neues Thema - es gibt sie schon seit Jahrtausenden. Auch Schutzrechtsverletzungen existieren schon so lange, wie es Schutzrechte gibt. Neu in den letzten zwanzig Jahren ist dagegen der rapide quantitative Anstieg der illegalen Nachahmungen und der Organisationsgrad der Fálscher. Weltweit wird von einer Schádigung der Wirtschaft in Höhe von 280 Milliarden Euro ausgegangen. Auf Deutschland sollen dabei jáhrlich 28 Milliarden Euro entfallen und so 70.000 deutsche Arbeitsplátze kosten. Vor einigen Jahren gab die Internationale Handelskammer an, dass gefálschte Waren 5% bis 7% des Welthandels ausmachen. Diese Zahlen sind zwar schwer zu verifizieren, verdeutlichen aber das Ausmaß der internationalen Produktpiraterie. Mittlerweile gibt es den Trend, dass verstárkt alltágliche Gebrauchsgüter und nicht mehr nur Luxusartikel gefálscht werden und somit zunehmend mittlere und kleine Firmen betroffen sind. Produktpiraterie schádigt zum einen Unternehmen, die mit Umsatzeinbußen, Imagescháden und Produkthaftungsklagen kámpfen müssen, als auch Verbraucher, deren Gesundheit und Sicherheit bei gefálschtem Spielzeug, Kfz-Ersatzteilen, Mobiltelefon-Akkus und Medikamenten gefáhrdet sind.Die VR China spielt bei dem Thema Produkt- und Markenpiraterie eine große Rolle. Chinesische Fálschungen tauchen weltweit auf Absatzmárkten westlicher Industrienationen auf. Hinzu kommt die Schádigung deutscher Unternehmen in China. Bei einer Umfrage der Deutschen Botschaft in Beijing gaben 61% der deutschen Unternehmen in China an, bereits Erfahrungen mit illegal nachgebauten Produkten gemacht haben. Obwohl diese Unternehmen die Maßnahmen gegen Fálscher als wichtig erachten, haben sie kaum Erfolge bei der Bekámpfung.Deutsche Firmen, die in China investieren wollen, stehen bei ihren Entscheidungen vor einem Zwiespalt. Einerseits locken relativ hohe Zuwachsraten (2003: 8,6% gestiegenes Bruttoinlandsprodukt, 35% Wachstum des Außenhandels) und günstige Produktionskosten sowie die Aussicht auf Erschließung neuer Absatzmárkte. Andererseits wirken die mangelnde Rechtsdurchsetzung und die Gefahren der illegalen Nachahmungen auf Investoren abschreckend. Nichtsdestotrotz betragen die auslándischen Direktinvestitionen in China 50 Milliarden US-$ pro Jahr.Ziel der Arbeit: In den vergangenen Jahren war die Produktpiraterie in steigender Zahl Thema wissenschaftlicher Arbeiten. Dabei wurde die Problematik sowohl von juristischer und betriebswirtschaftlicher Seite beleuchtet, als auch die Ursachen der Produkt- und Markenpiraterie aus psychologischer, kultureller und wirtschaftlicher Sicht betrachtet. Von den einzelnen Fachgebieten wurden jeweils Vorschláge unterbreitet, wie das Pirateriephánomen beseitigt oder bekámpft werden kann. Das Ziel dieser Arbeit ist zunáchst, einen Ìberblick über die Schutzmaßnahmen der verschiedensten Fachgebiete zu liefern. Weiterführend betrachtet der Autor die speziellen Schutzmöglichkeiten deutscher Unternehmen vor chinesischer Produkt- und Markenpiraterie. Dabei liegt der Fokus auf kleineren Firmen, die nicht über die finanziellen Ressourcen multinationaler Konzerne und langjáhrige Erfahrungen im Umgang mit China verfügen. Der Zweck dieser Arbeit besteht schlussendlich darin, den betrachteten Mittelstándlern Handlungsempfehlungen für typische Piraterie-Situationen darzustellen und Strategien aufzuzeigen, die es den betrachteten Unternehmen ermöglichen, den negativen Auswirkungen der chinesischen Produktpiraterie zu entgehen.Struktur der Arbeit: Die Betrachtung der chinesischen Produkt- und Marketingpiraterie ist ein vielschichtiges Thema, welches sich mit unterschiedlichsten Fachrichtungen verbinden lásst. Zur Einführung in die Thematik werden in Kapitel 2, nach einer begrifflichen Definition, die Erscheinungsformen und die Auswirkungen dieser chinesischen Problematik dargestellt.Anschließend werden die allgemeinen Ursachen der Produktpiraterie sowie die chinesischen Besonderheiten in Kapitel 3 erláutert. Diese Ausführungen dienen einerseits dem Verstándnis der Thematik und sollen andererseits Grundlage für die spáteren Bekámpfungsmöglichkeiten sein.Drei Arten von Informationsquellen wurden durch den Autor angezapft. Zunáchst wurden Literaturquellen herangezogen, um die bislang bekannten Schutzmaßnahmen gegen Produktpiraterie herauszufiltern. Weitere Möglichkeiten der Bekámpfung ergaben sich durch Interviews mit Experten und betroffenen Unternehmen. Die gesammelten Maßnahmen konnten so neben ihrer Darstellung in Kapitel 4 auch bewertet werden. Dabei werden die Schutzmaßnahmen in die Kategorien juristische, technische, betriebswirtschaftliche sowie flankierende und sonstige Maßnahmen unterteilt.Durch die Gespráche mit den betroffenen Unternehmen konnte der Autor mehrere typische Problem-Situationen des Auftretens von chinesischer Produkt- und Markenpiraterie erfahren. Deren Lösungen durch verschiedene Maßnahmenbündel werden in den Handlungsempfehlungen des Kapitels 5 beschrieben. Zudem gibt der Autor an dieser Stelle einige strategische Empfehlungen.Einige Themen dieser Arbeit könnten ausführlicher oder von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet werden. Deswegen folgt mit dem abschließenden Kapitel 6 ein kurzer Forschungsausblick, in dem der Autor Anregungen für weiterführende Arbeiten gibt."
Tuesday, October 2, 2018
[PDF] Download Schutzmaßnahmen gegen chinesische Produktpiraterie und Markenpiraterie (Reihe China) Kostenlos
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"Ìber den Autor und weitere Mitwirkende
Björn Sitte, der Autor dieses Buches, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universitát Dresden und graduierte im Jahr 2004 als Diplom-Kaufmann. Seine Schwerpunkte wáhrend des Hauptstudiums waren Marketing, Innovationsmanagement und Betriebswirtschaftslehre junger Unternehmen. Außerdem besuchte er wáhrend des Studiums einige Seminare am Ostasienzentrum der TU Dresden und lernte dabei sowohl die chinesische Sprache, als auch die Kultur Chinas und dessen Wirtschaftsentwicklung in den letzten Jahren kennen. Den ersten Kontakt zum Thema chinesische Produktpiraterie hatte Björn Sitte 1999 wáhrend eines Praktikums in China, als er an einem Informationsabend für betroffene Unternehmen in der Deutschen Botschaft in Beijing teilnahm. In den folgenden Jahren wuchs sein Interesse am Thema und er entschied sich schließlich, das Thema chinesische Produktpiraterie zu behandeln.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die Produkt- und Markenpiraterie stellt ein bedeutendes Problem für Unternehmen, Verbraucher und die Volkswirtschaft dar. Die Volksrepublik China nimmt bei diesem Phánomen eine Sonderstellung hinsichtlich der Bekámpfungsmöglichkeiten und der Zahl der Schutzrechtsverletzungen ein.Das Ziel dieser Arbeit ist es, den betroffen Unternehmen Maßnahmen aufzuzeigen, die es ihnen ermöglichen, sich vor chinesischer Produktpiraterie zu schützen oder ihr entgegenzutreten. Der Fokus der Arbeit liegt auf kleinen, mittelstándischen oder jungen Unternehmen, die entweder über geringe finanzielle Ressourcen oder wenig Erfahrung im Umgang mit chinesischen Fálschungen verfügen.Zur Informationsgewinnung standen dem Autor drei Arten von Quellen zur Verfügung. Die Literaturanalyse lieferte erhellende Hintergrundinformationen und diente hauptsáchlich der Filterung und Beschreibung von Maßnahmen. Um diese Maßnahmen hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf Formen chinesischer Produktpiraterie zu bewerten, flossen Vortráge von Experten und Gespráche mit diesen Spezialisten in die Untersuchung ein. Den notwendigen Praxisbezug der Arbeit lieferten Interviews mit Unternehmen, die bereits Erfahrung im Umgang mit chinesischen Fálschungen gemacht haben. Diese Interviews wurden zudem benutzt, um Handlungsempfehlungen für typische Fálle chinesischer Produktpiraterie geben zu können.Im Herbst 2003 ist der Piratenfilm 'Fluch der Karibik' erfolgreich in den Kinos gelaufen. In der Realitát gibt es auch erfolgreiche Piraten. Allerdings rasseln sie nicht mit ihren Sábeln und entern auch keine Schiffe. Die heutigen Piraten treten im Anzug auf und vertreiben massenhaft Produkte ohne Lizenz und unter Missachtung der gewerblichen Schutzrechte.Fálschungen sind kein neues Thema - es gibt sie schon seit Jahrtausenden. Auch Schutzrechtsverletzungen existieren schon so lange, wie es Schutzrechte gibt. Neu in den letzten zwanzig Jahren ist dagegen der rapide quantitative Anstieg der illegalen Nachahmungen und der Organisationsgrad der Fálscher. Weltweit wird von einer Schádigung der Wirtschaft in Höhe von 280 Milliarden Euro ausgegangen. Auf Deutschland sollen dabei jáhrlich 28 Milliarden Euro entfallen und so 70.000 deutsche Arbeitsplátze kosten. Vor einigen Jahren gab die Internationale Handelskammer an, dass gefálschte Waren 5% bis 7% des Welthandels ausmachen. Diese Zahlen sind zwar schwer zu verifizieren, verdeutlichen aber das Ausmaß der internationalen Produktpiraterie. Mittlerweile gibt es den Trend, dass verstárkt alltágliche Gebrauchsgüter und nicht mehr nur Luxusartikel gefálscht werden und somit zunehmend mittlere und kleine Firmen betroffen sind. Produktpiraterie schádigt zum einen Unternehmen, die mit Umsatzeinbußen, Imagescháden und Produkthaftungsklagen kámpfen müssen, als auch Verbraucher, deren Gesundheit und Sicherheit bei gefálschtem Spielzeug, Kfz-Ersatzteilen, Mobiltelefon-Akkus und Medikamenten gefáhrdet sind.Die VR China spielt bei dem Thema Produkt- und Markenpiraterie eine große Rolle. Chinesische Fálschungen tauchen weltweit auf Absatzmárkten westlicher Industrienationen auf. Hinzu kommt die Schádigung deutscher Unternehmen in China. Bei einer Umfrage der Deutschen Botschaft in Beijing gaben 61% der deutschen Unternehmen in China an, bereits Erfahrungen mit illegal nachgebauten Produkten gemacht haben. Obwohl diese Unternehmen die Maßnahmen gegen Fálscher als wichtig erachten, haben sie kaum Erfolge bei der Bekámpfung.Deutsche Firmen, die in China investieren wollen, stehen bei ihren Entscheidungen vor einem Zwiespalt. Einerseits locken relativ hohe Zuwachsraten (2003: 8,6% gestiegenes Bruttoinlandsprodukt, 35% Wachstum des Außenhandels) und günstige Produktionskosten sowie die Aussicht auf Erschließung neuer Absatzmárkte. Andererseits wirken die mangelnde Rechtsdurchsetzung und die Gefahren der illegalen Nachahmungen auf Investoren abschreckend. Nichtsdestotrotz betragen die auslándischen Direktinvestitionen in China 50 Milliarden US-$ pro Jahr.Ziel der Arbeit: In den vergangenen Jahren war die Produktpiraterie in steigender Zahl Thema wissenschaftlicher Arbeiten. Dabei wurde die Problematik sowohl von juristischer und betriebswirtschaftlicher Seite beleuchtet, als auch die Ursachen der Produkt- und Markenpiraterie aus psychologischer, kultureller und wirtschaftlicher Sicht betrachtet. Von den einzelnen Fachgebieten wurden jeweils Vorschláge unterbreitet, wie das Pirateriephánomen beseitigt oder bekámpft werden kann. Das Ziel dieser Arbeit ist zunáchst, einen Ìberblick über die Schutzmaßnahmen der verschiedensten Fachgebiete zu liefern. Weiterführend betrachtet der Autor die speziellen Schutzmöglichkeiten deutscher Unternehmen vor chinesischer Produkt- und Markenpiraterie. Dabei liegt der Fokus auf kleineren Firmen, die nicht über die finanziellen Ressourcen multinationaler Konzerne und langjáhrige Erfahrungen im Umgang mit China verfügen. Der Zweck dieser Arbeit besteht schlussendlich darin, den betrachteten Mittelstándlern Handlungsempfehlungen für typische Piraterie-Situationen darzustellen und Strategien aufzuzeigen, die es den betrachteten Unternehmen ermöglichen, den negativen Auswirkungen der chinesischen Produktpiraterie zu entgehen.Struktur der Arbeit: Die Betrachtung der chinesischen Produkt- und Marketingpiraterie ist ein vielschichtiges Thema, welches sich mit unterschiedlichsten Fachrichtungen verbinden lásst. Zur Einführung in die Thematik werden in Kapitel 2, nach einer begrifflichen Definition, die Erscheinungsformen und die Auswirkungen dieser chinesischen Problematik dargestellt.Anschließend werden die allgemeinen Ursachen der Produktpiraterie sowie die chinesischen Besonderheiten in Kapitel 3 erláutert. Diese Ausführungen dienen einerseits dem Verstándnis der Thematik und sollen andererseits Grundlage für die spáteren Bekámpfungsmöglichkeiten sein.Drei Arten von Informationsquellen wurden durch den Autor angezapft. Zunáchst wurden Literaturquellen herangezogen, um die bislang bekannten Schutzmaßnahmen gegen Produktpiraterie herauszufiltern. Weitere Möglichkeiten der Bekámpfung ergaben sich durch Interviews mit Experten und betroffenen Unternehmen. Die gesammelten Maßnahmen konnten so neben ihrer Darstellung in Kapitel 4 auch bewertet werden. Dabei werden die Schutzmaßnahmen in die Kategorien juristische, technische, betriebswirtschaftliche sowie flankierende und sonstige Maßnahmen unterteilt.Durch die Gespráche mit den betroffenen Unternehmen konnte der Autor mehrere typische Problem-Situationen des Auftretens von chinesischer Produkt- und Markenpiraterie erfahren. Deren Lösungen durch verschiedene Maßnahmenbündel werden in den Handlungsempfehlungen des Kapitels 5 beschrieben. Zudem gibt der Autor an dieser Stelle einige strategische Empfehlungen.Einige Themen dieser Arbeit könnten ausführlicher oder von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet werden. Deswegen folgt mit dem abschließenden Kapitel 6 ein kurzer Forschungsausblick, in dem der Autor Anregungen für weiterführende Arbeiten gibt."
"Ìber den Autor und weitere Mitwirkende
Björn Sitte, der Autor dieses Buches, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universitát Dresden und graduierte im Jahr 2004 als Diplom-Kaufmann. Seine Schwerpunkte wáhrend des Hauptstudiums waren Marketing, Innovationsmanagement und Betriebswirtschaftslehre junger Unternehmen. Außerdem besuchte er wáhrend des Studiums einige Seminare am Ostasienzentrum der TU Dresden und lernte dabei sowohl die chinesische Sprache, als auch die Kultur Chinas und dessen Wirtschaftsentwicklung in den letzten Jahren kennen. Den ersten Kontakt zum Thema chinesische Produktpiraterie hatte Björn Sitte 1999 wáhrend eines Praktikums in China, als er an einem Informationsabend für betroffene Unternehmen in der Deutschen Botschaft in Beijing teilnahm. In den folgenden Jahren wuchs sein Interesse am Thema und er entschied sich schließlich, das Thema chinesische Produktpiraterie zu behandeln.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die Produkt- und Markenpiraterie stellt ein bedeutendes Problem für Unternehmen, Verbraucher und die Volkswirtschaft dar. Die Volksrepublik China nimmt bei diesem Phánomen eine Sonderstellung hinsichtlich der Bekámpfungsmöglichkeiten und der Zahl der Schutzrechtsverletzungen ein.Das Ziel dieser Arbeit ist es, den betroffen Unternehmen Maßnahmen aufzuzeigen, die es ihnen ermöglichen, sich vor chinesischer Produktpiraterie zu schützen oder ihr entgegenzutreten. Der Fokus der Arbeit liegt auf kleinen, mittelstándischen oder jungen Unternehmen, die entweder über geringe finanzielle Ressourcen oder wenig Erfahrung im Umgang mit chinesischen Fálschungen verfügen.Zur Informationsgewinnung standen dem Autor drei Arten von Quellen zur Verfügung. Die Literaturanalyse lieferte erhellende Hintergrundinformationen und diente hauptsáchlich der Filterung und Beschreibung von Maßnahmen. Um diese Maßnahmen hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf Formen chinesischer Produktpiraterie zu bewerten, flossen Vortráge von Experten und Gespráche mit diesen Spezialisten in die Untersuchung ein. Den notwendigen Praxisbezug der Arbeit lieferten Interviews mit Unternehmen, die bereits Erfahrung im Umgang mit chinesischen Fálschungen gemacht haben. Diese Interviews wurden zudem benutzt, um Handlungsempfehlungen für typische Fálle chinesischer Produktpiraterie geben zu können.Im Herbst 2003 ist der Piratenfilm 'Fluch der Karibik' erfolgreich in den Kinos gelaufen. In der Realitát gibt es auch erfolgreiche Piraten. Allerdings rasseln sie nicht mit ihren Sábeln und entern auch keine Schiffe. Die heutigen Piraten treten im Anzug auf und vertreiben massenhaft Produkte ohne Lizenz und unter Missachtung der gewerblichen Schutzrechte.Fálschungen sind kein neues Thema - es gibt sie schon seit Jahrtausenden. Auch Schutzrechtsverletzungen existieren schon so lange, wie es Schutzrechte gibt. Neu in den letzten zwanzig Jahren ist dagegen der rapide quantitative Anstieg der illegalen Nachahmungen und der Organisationsgrad der Fálscher. Weltweit wird von einer Schádigung der Wirtschaft in Höhe von 280 Milliarden Euro ausgegangen. Auf Deutschland sollen dabei jáhrlich 28 Milliarden Euro entfallen und so 70.000 deutsche Arbeitsplátze kosten. Vor einigen Jahren gab die Internationale Handelskammer an, dass gefálschte Waren 5% bis 7% des Welthandels ausmachen. Diese Zahlen sind zwar schwer zu verifizieren, verdeutlichen aber das Ausmaß der internationalen Produktpiraterie. Mittlerweile gibt es den Trend, dass verstárkt alltágliche Gebrauchsgüter und nicht mehr nur Luxusartikel gefálscht werden und somit zunehmend mittlere und kleine Firmen betroffen sind. Produktpiraterie schádigt zum einen Unternehmen, die mit Umsatzeinbußen, Imagescháden und Produkthaftungsklagen kámpfen müssen, als auch Verbraucher, deren Gesundheit und Sicherheit bei gefálschtem Spielzeug, Kfz-Ersatzteilen, Mobiltelefon-Akkus und Medikamenten gefáhrdet sind.Die VR China spielt bei dem Thema Produkt- und Markenpiraterie eine große Rolle. Chinesische Fálschungen tauchen weltweit auf Absatzmárkten westlicher Industrienationen auf. Hinzu kommt die Schádigung deutscher Unternehmen in China. Bei einer Umfrage der Deutschen Botschaft in Beijing gaben 61% der deutschen Unternehmen in China an, bereits Erfahrungen mit illegal nachgebauten Produkten gemacht haben. Obwohl diese Unternehmen die Maßnahmen gegen Fálscher als wichtig erachten, haben sie kaum Erfolge bei der Bekámpfung.Deutsche Firmen, die in China investieren wollen, stehen bei ihren Entscheidungen vor einem Zwiespalt. Einerseits locken relativ hohe Zuwachsraten (2003: 8,6% gestiegenes Bruttoinlandsprodukt, 35% Wachstum des Außenhandels) und günstige Produktionskosten sowie die Aussicht auf Erschließung neuer Absatzmárkte. Andererseits wirken die mangelnde Rechtsdurchsetzung und die Gefahren der illegalen Nachahmungen auf Investoren abschreckend. Nichtsdestotrotz betragen die auslándischen Direktinvestitionen in China 50 Milliarden US-$ pro Jahr.Ziel der Arbeit: In den vergangenen Jahren war die Produktpiraterie in steigender Zahl Thema wissenschaftlicher Arbeiten. Dabei wurde die Problematik sowohl von juristischer und betriebswirtschaftlicher Seite beleuchtet, als auch die Ursachen der Produkt- und Markenpiraterie aus psychologischer, kultureller und wirtschaftlicher Sicht betrachtet. Von den einzelnen Fachgebieten wurden jeweils Vorschláge unterbreitet, wie das Pirateriephánomen beseitigt oder bekámpft werden kann. Das Ziel dieser Arbeit ist zunáchst, einen Ìberblick über die Schutzmaßnahmen der verschiedensten Fachgebiete zu liefern. Weiterführend betrachtet der Autor die speziellen Schutzmöglichkeiten deutscher Unternehmen vor chinesischer Produkt- und Markenpiraterie. Dabei liegt der Fokus auf kleineren Firmen, die nicht über die finanziellen Ressourcen multinationaler Konzerne und langjáhrige Erfahrungen im Umgang mit China verfügen. Der Zweck dieser Arbeit besteht schlussendlich darin, den betrachteten Mittelstándlern Handlungsempfehlungen für typische Piraterie-Situationen darzustellen und Strategien aufzuzeigen, die es den betrachteten Unternehmen ermöglichen, den negativen Auswirkungen der chinesischen Produktpiraterie zu entgehen.Struktur der Arbeit: Die Betrachtung der chinesischen Produkt- und Marketingpiraterie ist ein vielschichtiges Thema, welches sich mit unterschiedlichsten Fachrichtungen verbinden lásst. Zur Einführung in die Thematik werden in Kapitel 2, nach einer begrifflichen Definition, die Erscheinungsformen und die Auswirkungen dieser chinesischen Problematik dargestellt.Anschließend werden die allgemeinen Ursachen der Produktpiraterie sowie die chinesischen Besonderheiten in Kapitel 3 erláutert. Diese Ausführungen dienen einerseits dem Verstándnis der Thematik und sollen andererseits Grundlage für die spáteren Bekámpfungsmöglichkeiten sein.Drei Arten von Informationsquellen wurden durch den Autor angezapft. Zunáchst wurden Literaturquellen herangezogen, um die bislang bekannten Schutzmaßnahmen gegen Produktpiraterie herauszufiltern. Weitere Möglichkeiten der Bekámpfung ergaben sich durch Interviews mit Experten und betroffenen Unternehmen. Die gesammelten Maßnahmen konnten so neben ihrer Darstellung in Kapitel 4 auch bewertet werden. Dabei werden die Schutzmaßnahmen in die Kategorien juristische, technische, betriebswirtschaftliche sowie flankierende und sonstige Maßnahmen unterteilt.Durch die Gespráche mit den betroffenen Unternehmen konnte der Autor mehrere typische Problem-Situationen des Auftretens von chinesischer Produkt- und Markenpiraterie erfahren. Deren Lösungen durch verschiedene Maßnahmenbündel werden in den Handlungsempfehlungen des Kapitels 5 beschrieben. Zudem gibt der Autor an dieser Stelle einige strategische Empfehlungen.Einige Themen dieser Arbeit könnten ausführlicher oder von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet werden. Deswegen folgt mit dem abschließenden Kapitel 6 ein kurzer Forschungsausblick, in dem der Autor Anregungen für weiterführende Arbeiten gibt."
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